01Ausgangslage
Drei Laserdioden in Rot, Grün und Blau bringen mehr Licht in eine dünne Faser als jede Lampe, und die Farbe wird zum Sollwert statt zum Filterrad. Der Haken: Genau die Eigenschaften, die Laserlicht so gut einkoppelbar machen, machen es zum schlechten Licht zum Hinschauen. Kohärentes Licht erzeugt Speckle, also ein körniges Interferenzmuster über allem, was der Operateur eigentlich sehen will. Und ohne Massnahme war die Ausleuchtung über das Feld 21,5 % ungleichmässig.
02Vorgehen
Nicht mit einer Optik, sondern mit Fasergeometrie. Eine Scrambler-Unit mischt die Moden, indem die Faser gewickelt wird, und wir haben ausgemessen, was das kostet. Wickeldurchmesser 4, 5 und 6 mm, kombiniert mit Umschlingungswinkeln von 60°, 75° und 90°, über null bis rund dreissig volle Wickelreihen. Ergebnis: Die Ungleichmässigkeit fällt von 21,5 % über 13,1 %, 9,8 % und 8,0 % auf 6,0 %. Gleichzeitig streut die durchgelassene Leistung über rund 75 bis 105 % des Maximums. Beide Kurven auf einem Blatt, so wird aus einer Bauchentscheidung eine Auslegung.
Beim Despeckling haben wir dieselbe Disziplin angewendet: Linienprofile vorher und nachher, statistisch ausgewertet. Die Standardabweichung des differenzierten Profils sinkt von 12,948 auf 2,1493, normiert von 0,061 auf 0,012. Entscheidend ist aber die Zahl, die sich nicht bewegt: Die FFT-Maxima liegen bei 122872 und 120481, die Frequenzbänder bleiben vergleichbar. Die Körnung ist weg, der Bildinhalt nicht.
03Ergebnis
Ein Beleuchtungsmodul, dessen Gleichmässigkeit nicht behauptet, sondern belegt ist: mit dem Lichtverlust in Prozent daneben. Statt eines bewegten Despecklers, also eines Mechanismus mit Antrieb, Lebensdauer und eigener Elektronik in einem Medizinprodukt, steht am Ende eine gewickelte Faser: eine Länge, ein Durchmesser, eine Anzahl Windungen. Nichts davon verschleisst.